DAB+ als eigene Plattform für den Rundfunk

Entscheider aus Politik, Rundfunk und Industrie erklären, warum 5 G nicht für Radio geeignet ist

Halle/Leipzig, 30.07.2019

Es war ein Paukenschlag in der deutschen Rundfunkszene: Der Landtag in Niedersachsen hat sich gegen die weitere Förderung von DAB+ ausgesprochen. Ein Grund: Die moderne 5G-Technologie sei ohnehin die überlegene und werde den Standard bald überflüssig machen. Renommierte Experten aus Politik, Industrie, Rundfunk haben diese These zum Großteil widerlegt. In einer Debatte, die das FachdebattenPortal www.meinungsbarometer.info initiiert hat, erörterten sie, warum 5G für Radio nicht geeignet ist.

"DAB+ ist im Markt angekommen und auch nicht mehr wegzudenken", betont Staatssekretärin Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, für Medien und Digitales. Darüber hinaus sei DAB+ mittlerweile als Radiostandard für ganz Europa fest etabliert. Einen Weg zurück gäbe es nicht mehr. Rheinland-Pfalz hat den Vorsitz in der Rundfunkkommission der Länder.

Dr. Michael Weber, Geschäftsführer von Antenne Bad Blankenburg, ein Unternehmen, welches auch Mitglied des Vereins Digital Radio Mitteldeutschland ist positioniert sich zur Frage, ob 5 G für Radio gut geeignet ist so: „Wir dürfen auch nie den Auftrag von Digitalradio bzw. Rundfunk vergessen: robuste geographische Abdeckung und nicht die alleinige Abdeckung von Ballungszentren, was beim Mobilfunk immer priorisiert wurde und heute noch wird. Das kann auch nicht im Interesse der Rundfunkbetreiber sein.“

Ebenfalls der Gründer und Geschäftsführer von TechniSat, Peter Lepper, widerspricht der Aussage aus Niedersachsen, DAB+ sein nur eine Übergangstechnologie: „DAB+ ist ganz klar keine Übergangslösung. Ein Internetradio ist ein additiver Verbreitungsweg und insbesondere interessant für Hörer, die ausländische Programme empfangen möchten (was auch über Satellit bestens möglich ist). 5G ist überhaupt nicht für Radioübertragungen konzipiert und völlig ungeeignet.“

Der Geschäftsführer von Media Broadcast, Arnold Stender warnt davor, die Auswirkung des Beschlusses aus Niedersachsen überzubewerten.  „Studien zeigen, dass schon in wenigen Jahren Programmanbieter, die ausschließlich auf UKW setzen, Reichweitenverluste und damit Einbußen an ihrem werbefinanzierten Geschäftsmodell erleben werden. DAB+ und Internet-Radiostreams sind darum ein Muss. Das unterstreichen auch die Zahlen der aktuellen AGMA Studie ma Audio II. Die Nachfrage nach DAB+ wächst, wie die Bedarfsabfragen und Ausschreibungen in zahlreichen Bundesländern zeigen.“

Komplette Debatte lesen unter:      www.meinungsbarometer.info