Die Mittelwelle erlebt eine Renaissance - mit der Digitalen Mittelwelle
Nachgefragt
Welche Vorteile bietet die "Digitale Mittelwelle"?
Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung "DRM - Digital Radio Mondial"?
Kann man die "Digitale Mittelwelle" bereits empfangen?
Was benötigt man zum Empfang der "Digitalen Mittelwelle"?
Welche Audiocodierung kommt zum Einsatz?
Wie funktioniert SBR (Spectral Band Replication)?
Was verbirgt sich hinter dem Kürzel HVXC?
Welche Vorteile bietet die "Digitale Mittelwelle"?
Die "Digitale Mittelwelle" bietet eine wesentlich bessere Klangqualität als die amplitudenmodulierte analoge Mittelwelle sowie die Möglichkeit der Einbindung von Datendiensten (ähnlich der Systemfamilie DAB). Des Weiteren gehören störende Effekte, wie durch Fading verursachte Lautstärkeschwankungen, Rauschen, Knistern und das Überlagern mehrerer Sender der Vergangenheit an.
Da sich die Ausbreitungseigenschaften in diesem Frequenzbereich in Abhängigkeit von der Tages- sowie der Jahreszeit ändern, wechseln einige Sender ihre Frequenz, um sich den jeweiligen Ausbreitungsbedingungen anzupassen. Für den Hörer bedeutet das, dass er die Frequenzen entweder aus sogenannten "Hörfahrplänen" heraussuchen oder seinen Empfänger neu durchscannen muss.
Bei der "Digitalen Mittelwelle" werden im Service Description Channel (SDC), ein Nebenkanal der parallel zum Hauptdatenstrom ausgestrahlt wird, Informationen über alternative Empfangsfrequenzen und - zeiten mit übertragen. Dies ermöglicht dem Empfänger einen automatischen Wechsel des Kanals.
Durch den Einsatz von COFDM (Coded Orthogonal Frequency Division Multiplex) zur Übertragung ist der Betrieb von Gleichwellennetzen möglich. Das bedeutet, es kann zur Versorgung von großen Gebieten ein Programm auf der gleichen Frequenz von verschiedenen Sendern aus abgestrahlt werden.
Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung "DRM - Digital Radio Mondial"?
Die "Digitale Mittelwelle" ist ein nach dem DRM-Standard aufgebautes digitales Rundfunkübertragungssystem, welches für die Frequenzbänder unterhalb von 30 MHz, also für Lang-, Mittel- und Kurzwelle entwickelt wurde.
Kann man die "DRM" bereits empfangen?
Ja, denn im Rahmen des in Sachsen-Anhalt laufenden Pilotprojektes wird rund um die Uhr das Programm "Oldiestar 1575" vom Senderstandort Burg aus abgestrahlt.
Des Weiteren finden DRM-Testsendungen auf Lang- und Kurzwelle statt. Näheres hierzu finden Sie unter www.drm.org.
Was benötigt man zum Empfang von "DRM"?
Zum DRM Empfang benötigt man einen speziellen Empfänger, welcher die digitalen Signale decodieren kann.
Für technisch Interessierte gibt es eine vom Fraunhofer Institut (IIS) entwickelte Software, welche die digitalen Daten decodiert.
Man braucht dann nur noch einen Empfänger, welcher das empfangene Signal auf eine Frequenz von 12 kHz herunter mischt. Dieses 12 kHz Signal wird dann über die Soundkarte eines PCs der Software zugeführt.
Unter www.sat-schneider.de wird für Bastler ein Umbaukitt angeboten, mit dem man seinen herkömmlichen Empfänger umrüsten kann.
Welche Audiocodierung kommt zum Einsatz?
Bei der Codierung des Audiosignals wird MPEG-4-AAC (Advanced Audio Coding ) in Verbindung mit SBR (Spectral Band Replication) verwendet. Dadurch ist es möglich auch bei einer Audiodatenrate von 18,7 kBit/s einen stereoähnlichen Klang (low complexity stereo) mit einer Audiobandbreite von 15 kHz zu erzeugen.
Wie funktioniert SBR (Spectral Band Replication)?
Bei herkömmlichen Audiokompressionsverfahren werden bei niedrigen Bitraten die hohen Frequenzanteile abgeschnitten, wodurch das Signal "dumpf" klingt.
Das von Coding Technologies entwickelte Verfahren analysiert vor der Komprimierung der Audiodaten diese hohen Frequenzbereiche und fügt dem komprimierten Signal einige wenige Zusatzinformationen bei. Aus diesen Informationen kann ein SBR-fähiger Decoder den hohen Frequenzanteil rekonstruieren und dem "dumpfen" Audiosignal wieder hinzufügen.
Was verbirgt sich hinter dem Kürzel HVXC?
MPEG-4 HVXC (Harmonic Vector eXitation Coding) ist eine spezielle Sprachkodierung, die trotz einer Abtastrate von nur 8 kHz und einer sehr geringen Bitrate (2 kBit/s und 4 kBit/s) eine noch akzeptable Sprachqualität ermöglicht.
|